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 Betreff des Beitrags: Linzer Eisenbahnbrücke
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 30. Jul 2015, 23:12 
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Linzer Eisenbahnbrücke

Sanierung bei laufendem Verkehr laut Gutachter nicht möglich

Am 27. September 2015 wird die Linzer Bevölkerung befragt,
ob sich die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Errichtung
einer neuen Brücke für Straßenbahn, Autobusse, Kraftfahrzeuge,
Fahrräder und FußgängerInnen anstelle der bestehenden Eisenbahnbrücke
oder für die Sanierung der bestehenden Eisenbahnbrücke für FußgängerInnen
und Fahrräder sowie die Errichtung einer Begleitbrücke für Straßenbahn,
Autobusse und Kraftfahrzeuge einsetzen soll.

„Das Bemühen der Stadt Linz muss sich auch nach der BürgerInnenbefragung
vor allem darauf konzentrieren, möglichst rasch zu einer zukunftstauglichen
Verkehrsanbindung an dieser Stelle zu kommen. Die Zeit drängt, da heute
niemand sagen kann, wie lange die Brücke für den Verkehr noch nutzbar ist“,
unterstreicht die Linzer Verkehrsreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing die Dringlichkeit dieses Projekts.

Sowohl im Falle eines Neubaus einer Solitärbrücke als auch im Falle der Sanierung
der Eisenbahnbrücke (sie würde dann nur mehr für RadfahrerInnen und FußgängerInnen
zur Verfügung stehen) und der Errichtung einer Brücke für Autos und Straßenbahn
daneben werden die LInzerInnen und Linzer für eineinhalb bis zwei Jahre ohne
diesen Donauübergang auskommen müssen. Eine Sanierung der Eisenbahnbrücke wäre nur an Land möglich.

Dies wird durch ein Gutachten des Zivilingenieurs für Bauwesen
Dipl.-lng. Johann Stranzinger bekräftigt, der sich mit der Frage
„Kann die Eisenbahnbrücke bei laufendem Verkehr saniert werden?“ befasst hat.

Der Sachverständige kam zu folgendem Ergebnis:

Die Untergurte der Brücke sind im Bereich der Querträger mit ihren vier Anschlusswinkeln
für die Gurtlamellen an die Gurtstege sehr stark verrostet. Ein Austausch dieser statisch
wichtigen Winkel ist nur durch Demontage der Querträgerknoten und Entfernung
aller Nieten über die betroffene Winkellänge möglich. Für diese Arbeit ist die Konstruktion
unbedingt bei jedem Querträger zu unterstützen.

Ein Austausch dieser Winkel ist nur nach Zerlegen des gesamten Querträgeranschlussknotens durchführbar.
Das ist bei laufendem Verkehr statisch nicht möglich.
Die Diagonalen und Vertikalen sind bis 1.5 Meter über der Schienenoberkante sehr stark verrostet,
sodass hier ebenfalls ein Austausch erforderlich ist.
Auch davon ist der Querträgeranschlussknoten betroffen.

Der untere Windverband mit seinen Knotenblechen ist leider nicht mehr funktionsfähig
und muss komplett erneuert werden. Auch davon ist wieder der Querträgeranschlussknoten betroffen.
Der obere Windverband ist zwar noch wirksam, jedoch bereits vom Spaltrost
so stark betroffen, dass er ebenfalls erneuert gehört.

Nur der Obergurt der Brücke, die beiden Endportale, Lager und einige
vertikale Verbände könnten weiter verwendet werden.

Zusammenfassung

Unabhängig von der Verwendung der Brücke ist eine nachhaltige Sanierung
der drei Strombrücken nur sinnvoll, wenn mindestens die Konstruktion von
der Unterkante der Untergurte bis 1.50 m über der Fahrbahn erneuert wird.
Das ist insgesamt eine Höhe von 2.80 m.

Eine Erneuerung der Konstruktion in dieser Höhe ist ebenfalls bei laufendem Verkehr nicht möglich.

Die Betonfahrbahnplatte zeigt ebenfalls in einigen Bereichen starke Rostspuren
von der angerosteten Bewehrung. Eine Erneuerung dieser Platte oder
der Ersatz durch ein Stahldeck wird im Sanierungsfall notwendig.
Auch bei diesen Erneuerungen ist kein Verkehr möglich.

Durch diese umfangreichen Erneuerungen ist eine Sanierung bei laufendem Betrieb
nicht machbar. Die Brückensegmente müssen einzeln ans Ufer gebracht und
in Baustellenfertigung saniert werden. Diese Arbeitsmethode ist unter den Kriterien
Wirtschaftlichkeit, Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit am besten.

Zur Person von DI Johann Stranzinger:

DI Johann Stranzinger ist seit 48 Jahren im Stahlbau tätig.
Er war unter anderem 22 Jahre in der voestalpine beruflich aktiv, davon zehn Jahre
als Betriebsleiter. Seit 1990 ist DI Johann Stranzinger selbstständiger Zivilingenieur.
Er war unter anderem für den Bau mehrerer Donaubrücken (z.B. Eisenbahnbrücke Tulln)
maßgeblich verantwortlich. Auch für die Stahlbauten beim Neubau des Salzburger Hauptbahnhofs
war er verantwortlich. Dabei wurden 4.500 Tonnen Stahl verbaut.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Karin Hörzing
und Dipl.-lng. Johann Stranzinger, Zivilingenieur für Bauwesen, zur Frage
„Kann die Eisenbahnbrücke bei laufendem Verkehr saniert werden?“)

http://www.linz.at/presse/2015/201507_79658.asp


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